Küchensieb rettet Infoakademie – Ein Blick durch den Bauzaun Teil 2 3


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Nein, damit schütze ich mich nicht vor Alien-Angriffen. Dies ist der Prototyp meiner UMTS-Antenne.

Hallo liebe Leser,

nachdem wir im letzten Teil unsere Hosting-Lösung theoretisch geplant haben, geht es jetzt mal um die Umsetzung der ganzen Geschichte. Als erstes wollen wir jetzt mal unseren Webspace verteilen.

Aber wie das bei solchen Projekten immer ist, steckt natürlich auch irgendwo der Wurm drin. Diesmal in der Gestalt meines „noch“ Providers 1&1. Dazu muss gesagt werden, dass wir hier sehr ländlich wohnen und meine DSL-Leitung nicht mehr als 2,2 Mbit hergibt. Das allerdings seit mehr als drei Jahren absolut stabil. In den letzten zwei Monaten, sank die Geschwindigkeit aber leider zunächst auf 1,4 MBit und dann weiter auf 256 kbit. So dass normales Arbeiten eigentlich nicht mehr möglich ist.

Auf meine Anfrage an 1&1 und der Antwort: „Techniker würden sich um das Problem kümmern“, bekam ich dann am nächsten Tag das Ergebnis präsentiert.

Angeblich wäre auf dieser Leitung keine höhere Geschwindigkeit möglich. Auf meine Frage hin, warum es denn drei Jahre lang funktioniert hat und jetzt plötzlich nicht mehr, bekam ich die lapidare Antwort: „das hat die Technik hier so rein geschrieben“. „Mehr kann ich da auch nicht machen“. Die weiteren Telefonate und den Schriftverkehr möchte ich ihnen jetzt ersparen. Fakt ist allerdings: Es funktioniert bis heute nicht.

Da ich mein Büro nicht nach McDonald‘s verlegen möchte (dort ist der nächste W-Lan Hotspot), fand ich im Internet eine interessante Bastellösung. Diese läuft bis heute einwandfrei. Man nehme also einen handelsüblichen UMTS Surfstick, in meinem Fall vom Lidl (FONIC) um dann festzustellen, dass man auch noch in einem Funkloch wohnt. Mehr als lahme GPRS Geschwindigkeit nicht möglich. Ein altes Küchensieb als Antenne, ausgerichtet auf den nächsten Mobilfunkmast, brachte dann aber den Durchbruch. HSDPA mit 7,2 Mbit. Wow!!

Der Stick lässt sich sogar problemlos an einer FRITZ!Box anschließen und somit können alle heimischen PCs über WLAN ins Internet. Einziger Wermutstropfen: nach 5 GB Datenvolumen wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Für einen Umzug meines kompletten Webspace reicht das nicht.

Warum aber auch soll man solche Datenmengen erst auf den heimischen PC downloaden um sie dann später wieder auf den neuen Webspace hoch zu laden? Es geht doch viel schneller diese einfach von Server zu Server, zu verschieben. Die einzige Voraussetzung dafür ist ein so genannter SSH-Zugriff auf den Webspace, bzw. Server. Mittels eines kleinen Windows Programms namens Putty, öffnen Sie dann direkt auf dem Quell-Server eine Konsole für die Texteingabe. Jetzt könnten wir bereits mit normalen Linux-Kommandos Dateien und Verzeichnisse per FTP auf unseren Ziel-Webspace kopieren.

Deutlich komfortabler geht es allerdings mit dem MidnightCommander. Dort markieren Sie einfach die zu kopierenden Dateien oder Verzeichnisse und drücken anschließend die Taste F5, welche den Kopiervorgang in Gang setzt.

mc

Durch Eingabe von "mc", startet der MidnightCommander. Mit der Eingabe von: CD /#ftp:Ihrftpbenutzername@ipadresseihresservers, wechseln Sie im rechten Fenster auf die Verzeichnisstruktur von Server oder Webspace 2

Wenn Sie jetzt nur Ihr WordPressblog samt Datenbank umziehen wollen, geht es natürlich noch viel einfacher. Ich empfehle Ihnen hierzu das kostenlose Plugin EZPZ-Backup, welches nicht nur Ihre Datenbank sichert, sondern auch noch Ihren Webspace. Anschließend wird alles in ein Archiv gepackt und in einem Verzeichnis abgelegt. Wahlweise können Sie die Backups auch downloaden oder auf einen anderen Server schieben. Selbst wenn Sie Ihr WordPress komplett zerschossen haben, können Sie damit Ihr Blog wieder zum Leben erwecken, da dieses Plugin auch noch eine HTML-Seite erzeugt um die Daten wieder zurückzusichern, wenn Sie nicht mehr in den Admin-Bereich von WordPress kommen.

EZPZ

EZPZ-OCB bei der Arbeit..

Download hier: http://ezpzsolutions.net/ocb-wp-plugin/

Aber zurück zum eigentlichen Umzug. Sind die Daten erst mal auf dem neuen Server, braucht WordPress natürlich seine Datenbank. Bei den meisten Providern ist das mit einem Mausklick erledigt. Anschließend noch die neuen Zugangsdaten notieren und in die WP-Config.php eintragen. Jetzt starten wir noch PHPMyAdmin um die neue Datenbank mit unseren alten WordPressdaten zu betanken. Ein Klick auf „Import“ erledigt das Ganze.

phpmyadmin
Mit einem Click befüllen Sie die neue Datenbank.

 Theoretisch ist unser Blog jetzt wieder lauffähig. Damit er auch wieder von außen erreichbar ist, fehlt allerdings noch die Domain und natürlich unsere Mails und Mailadressen die über diese Domain laufen. Auch die sollen natürlich mit umziehen. Dies funktioniert eigentlich mit ein paar Mausklicks.

Wäre da nicht wieder der “hochqualifizierte Support von 1&1” bei dem ich angeblich auch noch “Platin-Status” genieße..

Aber dazu im nächsten Teil mehr. Dann geht es auch direkt an den Umbau der Seite, damit es auch für Leute Interessant wird, die nicht umziehen oder getrennt hosten wollen.

Bis die Tage…

Ihr Mike Niesen


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3 Gedanken zu “Küchensieb rettet Infoakademie – Ein Blick durch den Bauzaun Teil 2

  • Jan

    Ich nutze ebenfalls einen Umts Stick mit meinem Laptop, habe aber das Glück in der Stadt sehr guten Empfang zu genießen.
    Sollte ich dennoch einmal Netzprobleme bekommen, werde ich mich jetzt wohl mal in der Küche umschauen… 🙂

  • Daniel

    Habe mir von 1&1 ebenfalls einen Stick zugelegt, werde demnächst in die Provinz fahren und schauen ober er dort funktioniert. Ich hoffe nicht, dass ich ebenfalls zu solchen Schritten mit einer Antenne greifen muss. Dann wäre die Anschaffung fast um sonst gewesen.

    Gruß Daniel